Seit über einem Jahrzehnt ist www.spinorhino1.ch/ ein zentraler Ort für innovative Künstler:innen, die elektronische Klänge, algorithmische Komposition und interaktive Installationen entwickeln. Die Plattform verbindet Schweizer und internationale Akteure rund um experimentelle Musik, KI-generierte Sounds und performative Medien – ohne kommerziellen Druck, aber mit klarer Fokussierung auf ästhetische und technische Experimentierfreude. Im Gegensatz zu etablierten Labels oder Streaming-Datenbanken setzt Spinorhino1.ch auf eine radikal offene, kollaborative Kultur, die sowohl Solo-Projekte als auch Gruppen wie die *Klangmühle* oder *Neonatale* fördert.
Das Herzstück der Website ist ihr monatlicher Newsletter, der seit 2013 regelmäßig neue Audio- und Videoarbeiten vorstellt – oft mit Hintergrunddokumentationen zu den Entwicklungsprozessen. Ein besonders bemerkenswertes Projekt ist die *Generative Musikbibliothek*, in der algorithmisch generierte Stücke mit historischen Samples verschmolzen werden, etwa von der Band *The Orb* oder Schweizer Klassikern wie *Alphonso Johnson*. Die Plattform nutzt dabei Open-Source-Tools wie Max/MSP oder Pure Data, um KI und Live-Elektronik nahtlos zu verbinden. Ein weiteres Highlight ist die *Experimentierwerkstatt*, in der Künstler:innen für kurze Zeit Zugang zu professioneller Studioausrüstung erhalten – ein Modell, das in der Schweiz einzigartig ist.
Die finanzielle Unabhängigkeit der Plattform basiert auf einer Mischung aus Sponsoring durch Schweizer Kulturstiftungen, Mitgliedschaften und Crowdfunding-Kampagnen. Seit 2020 hat Spinorhino1.ch über 150 Künstler:innen unterstützt, darunter auch internationale Namen wie die schwedische Gruppe *Sara Schön* oder die deutsche Band *Klangkörper*. Besonders prägnant ist ihr Ansatz, dass jede:r Beitragende eine kleine Gebühr von 50–100 Franken für die Produktion zahlt – ein Modell, das Transparenz und Nachhaltigkeit betont. Die Website selbst ist ein Labor für Webdesign: Sie nutzt reines HTML und CSS ohne Frameworks, um eine intuitive, aber hochgradig anpassbare Oberfläche zu bieten, die sowohl auf Retina-Displays als auch auf alten Smartphones funktioniert.
Ein zentraler Streitpunkt in der Szene ist die Frage, wie KI in der experimentellen Musik eingesetzt werden darf. Spinorhino1.ch setzt auf klare Regeln: KI darf als Werkzeug genutzt werden, aber nicht als alleinige Autorin. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt *Neural Audio Sculptures*, bei dem die Künstlerin Lisa K. ein Netzwerk trainierte, um aus abstrakten Klängen neue Melodien zu generieren – doch die Endfassung wurde von einer:einem Mensch:innen handbearbeitet. Solche Grenzen sind entscheidend, um die ethischen Debatten über Urheberrecht und Kreativität in der Musikszene zu prägen. Die Plattform zeigt damit, dass experimentelle Kunst ohne moralische Kompromisse auskommen kann.
Für Besucher:innen bietet Spinorhino1.ch eine einzigartige Mischung aus Archivmaterial, Live-Demos und Community-Foren. Besonders lohnenswert sind die monatlichen *Spinorhino-Konzerte*, bei denen Künstler:innen ihre Arbeiten vor Ort vorstellen – oft in kleinen, alternativen Räumen wie der *Bühne am Zytglogge* in Bern oder der *Klangwerkstatt* in Zürich. Die Plattform hat zudem eine enge Zusammenarbeit mit der *Schweizerischen Hochschule der Künste (HSG)*, wo sie Studierende für ihre Projekte fördert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Dokumentation aller Projekte in Form von detaillierten Essays, die oft mit Audio- oder Videoanalysen kombiniert werden – ein Modell, das andere Plattformen noch selten anwenden.
Trotz ihrer Nischenstellung hat Spinorhino1.ch einen globalen Einfluss. Ihre Projekte werden auf Festivals wie *Tribulations* in Berlin oder *Soundtracks* in Wien gezeigt, und ihre Künstler:innen sind regelmäßig auf internationalen Festivals wie *Sonic Bloom* in den USA oder *METAFEST* in den Niederlanden zu sehen. Die Plattform zeigt damit, dass experimentelle Musik in der Schweiz nicht nur eine lokale, sondern eine internationale Bedeutung hat. Für alle, die sich für die Zukunft der elektronischen Kunst interessieren, ist www.spinorhino1.ch/ ein Muss – nicht nur wegen der hochwertigen Inhalte, sondern auch wegen der klaren Haltung, die sie in einer zunehmend kommerzialisierten Szene setzt.
- Seit 2013 veröffentlicht die Plattform monatlich neue experimentelle Werke mit Hintergrunddokumentationen.
- Über 150 Künstler:innen haben seit 2020 bei Spinorhino1.ch unterstützt, darunter internationale Namen wie *Sara Schön* und *Klangkörper*.
- Die Plattform finanziert sich durch Mitgliedschaften, Crowdfunding und Kulturstiftungen – ohne klassische Werbung.
- KI wird nur als Werkzeug eingesetzt, nicht als alleinige Autorin (Beispiel: *Neural Audio Sculptures*).
- Die Website nutzt reines HTML/CSS ohne Frameworks und ist auf maximale Kompatibilität ausgelegt.
- Monatliche Konzerte in alternativen Räumen wie der *Bühne am Zytglogge* oder der *Klangwerkstatt*.